Erstes Testament: Linsensuppe und geklauter Segen
Bild: © Kinderzeitschrift Benjamin
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1 Linsensuppe und geklauter Segen
Isaak, der Sohn Abrahams, und Rebekka bekamen Zwillinge: Esau und Jakob. Esau war der erste, der aus dem Bauch seiner Mutter schlüpfte. Er war größer und stärker als Jakob, liebte wilde Spiele und ging gern zur Jagd. Das gefiel seinem Vater Isaak, denn der aß sehr gern Hase und Reh. Esau hatte
viele Haare auf den Händen wie ein feines Fell. Jakob war ein sanfter Junge. Er kochte gern und half im Haushalt, was seiner Mutter gefiel. Jakobs Hände waren glatt und weich wie Seide und er sorgte vorzüglich für Haus und Garten.
2 Linsensuppe und geklauter Segen
Isaak sagte zu Esau: „Du bist mein ältester Sohn. Du bist der Stärkere. Dein jüngerer Bruder soll dir dienen! Das ist das Erstgeborenenrecht und du wirst eines Tages meinen göttlichen Segen bekommen.“ „Wie ungerecht!“, dachte Jakob, der das gehört hatte. Aber dann hatte er eine Idee.
3 Linsensuppe und geklauter Segen
Eines Tages kam Esau hungrig von der Jagd. Jakob hatte gerade eine Linsensuppe gekocht.
„Oh, wie riecht es hier köstlich! Kann ich bitteneinen Teller haben?“, rief Esau. „Natürlich, sehr gern!“, sagte Jakob, „aber du musst mir etwas dafür geben!“ „Alles gebe ich dir für einen einzigen großen
Teller voll Linsen!“, rief Esau. Während Jakob den Teller füllte, sagte er: „Gib mir dein Erstgeborenenrecht.“ „Mach ich!“, sagte Esau und hielt seine Nase über den Teller.
4 Linsensuppe und geklauter Segen
Ein Kräuterduft stieg auf und Esau dachte: „Bis der Vater stirbt haben wir das sowieso vergessen.“ Einige Jahre später war Isaak alt geworden. Er konnte nicht mehr gut sehen und rief nach seinem ältesten Sohn: „Esau, mein Junge, meine Zeit ist gekommen. Ich werde sterben. Bring mir noch ein Stück Hase oder Reh. Das soll mich stärken, denn ich möchte dich segnen!“ „Natürlich Vater“, sagte Esau und machte sich sofort auf die Jagd.
5 Linsensuppe und geklauter Segen
Rebekka aber hatte das mitbekommen. „Los, schnell!“, sagte sie zu Jakob. „Ich hab noch ein Stück Hasenfleisch. Lass uns die Suppe kochen, bevor dein Vater Esau segnen kann! Du sollst den Segen bekommen.“ Und sie schmiedeten einen Plan. Bevor Esau von der Jagd kam, verkleidete sich Jakob. Er zog Esaus festliche Sachen an und seine Mutter legte ihm noch Fell über die Hände. So brachte Jakob Isaak die Hasensuppe. „Wer bist du mein Sohn?“, fragte Isaak. „Ich bin es, Esau!“, sagte Jakob. „Ich bringe dir hier die Hasensuppe, damit du dich stärken kannst, um mich zu segnen!“
6 Linsensuppe und geklauter Segen
„Komm näher, mein Sohn, damit ich sicher bin, dass du es bist!“, sagte Isaak. Er roch an Jakobs Kleidern und tastete nach seinen Händen. „Oh, ich merke, dass du Jakobs Stimme hast, aber Esaus feine Fellhände!“ Und er aß ein Stück vom Fleisch und segnete Jakob: „Du sollst reich werden. Du sollst Korn und Früchte und Regen in Hülle und Fülle bekommen! Als Erstgeborener sollst du Herrscher über deine Brüder sein!“ Und so gab Isaak den Segen des Erstgeborenen seinem jüngeren Sohn.
7 Linsensuppe und geklauter Segen
Als Esau nach Hause kam, erkannte Isaak, wen er gesegnet hatte und erschrak. Und er merkte, dass Esau den Segen des Erstgeborenen verloren hatte. Esau wurde so wütend, dass Jakob zum Onkel in ein anderes Land fliehen musste. Da sagte Esau zu seinem Vater: „Ist denn nun kein Segen mehr übrig?“
8 Linsensuppe und geklauter Segen
Isaak dachte nach. Nach einer Weile sagte er: „Ach, die Welt ist so groß! Es ist genug für alle da. Auch du sollst gesegnet sein und Korn und Früchte und Regen bekommen!“ Esau konnte seinem Bruder aber lange nicht verzeihen, dass er ihn um den Segen für den Erstgeborenen betrogen hat.
Linsensuppe und geklauter Segen
Der Neukirchener Verlag hat uns netterweise erlaubt, die Geschichte Ein Schiffhaus voller Tiere aus der Alle-Kinder-Bibel - Unsere Geschichten mit Gott von Andrea Karimé mit Illustrationen von Anna Lisicki-Hehn auf kirche-entdecken.de zu veröffentlichen. Die von Thea Hummel gelesenen Texte durften wir der CD Alle-Kinder-Bibel - Unsere Geschichten mit Gott entnehmen.