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Aus dem Alten TestamentAus dem Alten Testament

Bild: © Marijke ten Cate

Jakob und Esau

1. Mose / Genesis 25-28

Isaak ist mit Rebekka verheiratet und Rebekka wird schwanger. Bald spürt sie, dass zwei Kinder in ihrem Bauch heranwachsen. Sie balgen sich miteinander und stoßen sich heftig. Gott sagt zu Rebekka: Der Jüngere wird über den Älteren herrschen. Schließlich werden die Zwillinge geboren: zuerst Esau, danach Jakob. Die Jungen wachsen heran. Sie sind völlig verschieden. Esau, der Ältere, wird ein starker Mann, der gern auf die Jagd geht. Das gefällt seinem Vater Isaak, denn er isst für sein Leben gern Wild.

Jakob und Esau

Jakob, der Zweite, arbeitet am liebsten im Haus und kann gut kochen. Er wird der Liebling seiner Mutter.

Jakob und Esau

Eines Tages kommt Esau von der Jagd nach Hause. Jakob hat gerade eine Linsensuppe auf dem Feuer. Esau riecht den herrlichen Duft und merkt, wie hungrig er ist. „Jakob“, ruft er, „gib mir was von deiner roten Suppe! Ich bin ja so hungrig!“ – „Natürlich bekommst du Suppe“, antwortet Jakob, „aber nur, wenn du mir dein Recht auf Vaters Segen gibst und den größten Teil des Erbes. Abgemacht?“

Jakob und Esau

„Abgemacht!“, sagt Esau. Der Segen ist ihm jetzt ganz egal. Er will nur die Suppe essen und zwar sofort. Jakob gibt ihm also eine Schüssel Linsensuppe und dazu ein Stück Brot. Esau isst alles auf und geht weg.

Jakob und Esau

Isaak ist ein alter Mann geworden. Er ist schwach und kann nicht mehr gut sehen. Vielleicht werde ich bald sterben, denkt er. Darum ruft er seinen älteren Sohn zu sich. „Esau, mein Bester“, sagt er, „ich glaube, mein Ende kommt bald. Geh auf die Jagd und beschaffe ein gutes Stück Wild für mich. Ich möchte mich stärken, dann werde ich dich segnen.“ Rebekka hat alles mit angehört. Schnell geht sie zu Jakob. „Jakob“, sagt sie, „dein Vater will Esau seinen Segen geben. Ich habe eine Idee, wie wir das verhindern können!“

Jakob und Esau

Rebekka bereitet ein gutes Gericht für Isaak zu und Jakob verkleidet sich so, dass er genau wie Esau riecht und sich genau so anfühlt. Dann geht er mit dem Essen zu seinem Vater. „Wer bist du?“, fragt Isaak. „Ich bin Esau, dein ältester Sohn“, lügt Jakob. „Bist du wirklich Esau?“ Isaak zweifelt, denn das ist doch nicht Esaus Stimme, die er da hört! „Ganz bestimmt!“, lügt Jakob wieder. Da beginnt Isaak zu essen.

Jakob und Esau

Dann segnet er den jüngeren seiner beiden Söhne: „Gott segne dich! Du wirst reich sein, stark und mächtig. Du wirst mächtiger sein als dein Bruder!“

Kurz darauf kommt Esau nach Hause und erfährt, dass Jakob von ihrem Vater den Segen für den Erstgeborenen bekommen hat. Da schreit Esau laut vor Wut: „Mein Bruder hat mich betrogen! Und ich gehe leer aus! Sobald unser Vater tot ist, werde ich ihn umbringen!“

Jakob und Esau

Jakob hat Angst vor Esau. Er fühlt sich nicht mehr sicher. Und so flieht er. Er ist schon lange unterwegs und als es dunkel wird, sucht er sich einen Platz zum Schlafen. Seinen Kopf legt er auf einen großen Stein.

Jakob und Esau

Er träumt von einer Leiter, die bis zum Himmel reicht. Engel steigen auf ihr hinauf und hinab. Eine Stimme spricht zu ihm: „Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters und auch dein Gott. Dieses Land hier wird einmal dir und deiner eigenen Familie gehören. Ich werde dir überall beistehen. Und deine Familie wird zu einem großen Volk werden. Das verspreche ich dir!“ Ganz erstaunt wacht Jakob auf. „Gott ist hier bei mir!“, ruft er. „Ich bin nicht allein. Er wird immer und überall für mich sorgen.“

Jakob und Esau

Quellenangabe: Die Deutsche Bibelgesellschaft hat uns netterweise erlaubt, einzelne Bibelgeschichten aus dem Buch „Die große Bibel für Kinder“, nacherzählt von Tanja Jeschke & illustriert von Marijke ten Cate, auf kirche-entdecken.de zu veröffentlichen. Die von Tanja Jeschke gelesenen Texte durften wir der CD „Die große Hörbibel für Kinder“ entnehmen.