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Aus dem Alten TestamentAus dem Alten Testament

Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Gute Reise, kleiner MoseBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag
Das große Bilderbuch der BibelgeschichtenBild: © Silvio Neuendorf/Gabriel Verlag

Gute Reise, kleiner Mose

Eine Frau geht heimlich durch das Schilf. Die Schilfhalme sind hoch. Sehr hoch und das ist gut so, denn die Frau will nicht gesehen werden. Hat jemand beobachtet, dass die Halme sich bewegen? Vorsichtig geht die Frau weiter in Richtung Wasser. Sie will hinunter an den Fluss. Mit einem Messer hackt sie einen Weg durch das Schilf. Ritsch, ratsch, fallen die Halme und rascheln unter den Füßen. Die Frau trägt einen großen, eckigen Korb. Darin hat sie das Wertvollste versteckt, das sie auf der Welt besitzt.

Gute Reise, kleiner Mose

Plötzlich ein Knacken hinter ihr. Ein Rascheln. Erschrocken presst die Frau den Korbkasten an ihre Brust, sie packt das Messer wie ein Schwert. Das Rascheln und Knacken kommt näher. Schilfhalme brechen unter hastigen Schritten.

Gute Reise, kleiner Mose

„Mama“, ruft eine ängstliche Stimme. „Mirjam!“, ruft die Frau. „Was machst Du denn hier?“ Sie ist erleichtert, dass aus dem Schilf kein Feind hervorbricht, sondern ihre Tochter, aber sie ärgert sich, dass Mirjam nicht zu Hause geblieben ist.

Gute Reise, kleiner Mose

„Die Männer!“, schluchzt Mirjam. „Sie sind gekommen! Ich hatte solche Angst und ich hab dich überall gesucht…“
„Pscht! Schon gut – nicht so laut!“
„Können sie uns hören?“ Entsetzt schaut Mirjam sich um. „Sind sie hier?“

Gute Reise, kleiner Mose

 „Nein, keine Angst. Hier im Schilf finden sie uns nicht.“
„Sie töten Kinder! Bei den Nachbarn haben sie…“ Die Frau nickt. „Ich weiß. Darum bin ich hier. Und dein Bruder ist in Sicherheit. Siehst du?“ Sie klappt behutsam den Deckel auf.

Gute Reise, kleiner Mose

Im Korb liegt ihr schlafendes Baby. Sie streicht ihm zärtlich über den Kopf. Aber nur kurz, denn es soll nicht spüren, dass seine Mutter vor Angst zittert.
„Warum ist der König so grausam?“, flüstert Mirjam. „Mein Bruder hat doch niemandem was getan!“ Die Frau seufzt. Sanft wiegt sie den Korb in ihren Armen.  Dann stellt sie ihn auf dem Boden ab. „Klettre auf meine Schultern“, sagt sie zu Mirjam, „und halt dich gut fest!“

Gute Reise, kleiner Mose

Langsam richtet sich Mirjams Mutter auf und Mirjam  schaut vorsichtig über das Schilf. „Kannst du den Hügel dahinten sehen?“, fragt ihre Mutter. „Ja!“, flüstert Mirjam.

Gute Reise, kleiner Mose

Auf dem Hügel, in der heißen Sonne, arbeiten viele Menschen. Frauen, Männer und Kinder. Sie schuften, mühen sich ab. Viele sehen müde aus. Trotzdem arbeiten sie weiter, denn sie fürchten die Peitschen der Aufseher. „Das ist aus unserem Volk geworden“, sagt die Mutter. „Knechte! Sklaven! Der Pharao, der König von Ägypten hat kein Erbarmen mit uns.“

Gute Reise, kleiner Mose

„Ich sehe ihn“, flüstert Mirjam aufgeregt. „Er ist gerade aus seinem Palast gekommen! Mit vielen anderen Leuten!“
„Wahrscheinlich Leibwachen“, vermutet ihre Mutter. „Der mächtige Pharao hat Angst vor uns. Er fürchtet, dass unser Volk eines Tages aufsteht und die Fesseln abschüttelt. Darum will der Pharao nicht, dass unser Volk größer wird, und darum lässt er in jeder Familie die neugeborenen Jungen umbringen.“

Gute Reise, kleiner Mose

Mirjam lässt sich am Rücken der Mutter entlang zu Boden gleiten. Sie schaut auf den Kasten im Schilf. „Mein Bruder soll nicht sterben!“ – „Nein, er wird gerettet. Ganz bestimmt.“
„Wo bringst du ihn hin?“- „Das weiß nur Gott.“ Wieder seufzt die Frau. Sie blickt nach oben zu den Wolken.

Gute Reise, kleiner Mose

„Heute morgen habe ich verzweifelt zu Gott gebetet, dass er mir hilft. Da verwandelte sich eine Wolke in einen Korb, und es sah so aus, als ob dieser Wolkenkorb über den Himmel schwamm wie auf einem großen Wasser. Und es war, als ob ich eine Stimme hörte: ‚Leg dein Kind in einen Korb! Leg’s ins Wasser und geh fort!‘ Ich wusste plötzlich, dass es Gottes Stimme war. Wenn dein Bruder auf dem Wasser in ein sicheres Land treibt, wird er vielleicht gefunden und kann überleben.“

Gute Reise, kleiner Mose

Mirjam schluckt. Meint die Mutter das ernst? „Du kannst meinen Bruder doch nicht einfach ins Wasser werfen“, ruft sie empört. „Ich werfe ihn nicht ins Wasser. Der Korb wird schwimmen wie ein Boot. Wir haben keine andere Wahl. Mirjam beißt sich auf die Lippen. Sie hat eine Idee.

Gute Reise, kleiner Mose

„Ich hab noch was zu tun“, murmelt sie und verschwindet im Schilf. „Wo willst du hin?“, ruft die Mutter ihr hinterher, aber sie bekommt keine Antwort. Das Knacken der brechenden Halme entfernt sich.

Gute Reise, kleiner Mose

Die Frau trägt den Korb zum Fluss. Sie flüstert noch einmal: „Hab keine Angst!“ Und sie weint, als sie den Korb auf das Wasser legt. Ist das nicht verrückt, was ich da gerade tue? Was ist töricht, was ist weise? „Geh auf eine weite Reise…“, murmelt sie. „Weiche Wellen tragen dich und dich führt der Wind…“

Gute Reise, kleiner Mose

Der Korbkasten schwimmt wie ein Boot. Ruhig gleitet er über das Wasser. Dann macht der Fluss eine Biegung und die Frau kann den Korb nicht mehr sehen. Erschöpft legt sie sich ins Schilf. Gott hat alles gesehen. Er freut sich, dass die Frau ihm vertraut, und er wird ihr helfen.

Gute Reise, kleiner Mose

Mirjam hat den Korb nicht aus den Augen gelassen. Sie schleicht am Fluss entlang durch das Schilf und passt auf, wohin der Korb getrieben wird. Da kommt ein Schiff! Bitte Seeleute rettet das Kind!
Das Schiff fährt vorbei. Aber die Wellen schieben den Korb zur Seite, er wird ans Ufer gespült. Dort spielen einige Mädchen. Die Älteste ist die Tochter des Pharao. Mirjam hält sich versteckt und beobachtet, was geschieht.

Gute Reise, kleiner Mose

„Ein Korb!“, ruft die Tochter des Pharao. „Was da wohl drin ist?“ Sie öffnet den Deckel und staunt. „Ein Baby… Ein Junge. Wohl eins von den Kindern, die mein Vater töten lassen will?“ Das Kind schaut sie aus großen verschreckten Augen an. ‚Wie klein es ist‘, denkt die Tochter des Pharao. ‚Und wie unschuldig‘. „Ha!“, ruft sie. „Diesem Kind wird nichts geschehen!“

Gute Reise, kleiner Mose

Mirjam lächelt. Sie läuft heran und sagt: „Viele Frauen haben ihre Kinder verloren in diesen Tagen. Bestimmt finde ich eine Frau, die sich um das Baby kümmern kann.“
„Das würdest du tun? Ja? Dann sorge ich dafür, dass dem Kind nichts zustößt. Schließlich bin ich die Tochter des Pharao!“ Mirjam bringt den kleinen Bruder zur Mutter.

Gute Reise, kleiner Mose

Nun ist alles gut. Durstig trinkt das Baby und die Mutter flüstert zärtlich: „Du bist mir ganz neu geschenkt worden!“ Der kleine Junge heißt Mose. Später wird er ein berühmter Mann werden, der sein Volk aus der Gefangenschaft befreit.

Gute Reise, kleiner Mose

Der Gabriel Verlag hat uns netterweise erlaubt, die Geschichte „Gute Reise, kleiner Mose“ von  Wolfram Eicke (Text) und Silvio Neuendorf (Bilder) aus „Das große Bilderbuch der Bibelgeschichten“ auf kirche-entdecken.de zu veröffentlichen.